Spotify mit neuer App für Kinder


Spotify starten mit einer eigenen App eigens für Kinder.

Der beliebte Musik-Streamingdienst Spotify testet in Irland eine eigene App für Kinder, die speziell auf die jüngsten Altersgruppen abzielen soll. Die Anwendung soll in den kommenden Monaten auch in anderen Ländern verfügbar sein. Die Inhalte dieser neuen App sollen besonders kinderfreundlich sein und hauptsächlich aus altersgerechten Hörspielen, Soundtracks von Kinderfilmen und kinderfreundlichen, seichten Popsongs bestehen.
Dazu soll die Benutzeroberfläche ebenfalls an sehr junge Kinder angepasst werden. Spotify möchte mit einer intuitiven, einfachen Bedienweise und bunten Farben bereits Vorschulkinder ab 3 Jahre ansprechen.
Die Musik soll an das von den Eltern eingestellte Alter angepasst werden und von Spotify Teams extra nach Altersgruppen kuratiert werden. Ebenfalls einfließen sollen Region und Sprache.
Nutzbar ist die neue App nur für Nutzer von Spotify Family Premium, das sechs Nutzerkonten für die Familie beinhaltet und für etwa 15€ im Monat komplett werbefrei ist.

Nach Facebook und YouTube versucht sich damit auch Spotify an einer eigenen Kinderanwendung. Bei den beiden Vorgängern geschah die Vorstellung der neuen „kindersicheren“ Apps als Reaktion auf berechtigte und massive Kritik über Gefahren für Kinder. (Wir haben darüber bereits mehrere Beiträge geschrieben. Sie finden hier die jeweiligen zu YouTube und Pädophilie, Dem Erfolg von YouTube bei Kindern und dem Unsicheren Facebook-Kids Messenger.)

Doch auch beim neuen Spotify Produkt sehen wir einige Schwierigkeiten. Natürlich ist es sinnvoll, wenn Kinder auf Spotify nicht direkt Gewalt-beinhaltende Hörspiele für Erwachsene hören und nicht schon in frühester Kindheit von Drogen-verherrlichendem Deutschrap beeinflusst werden.
Ob diese Gefahr bei 3-jährigen Kindern bestünde, ist jedoch mehr als fraglich. Für diese würde es vollkommen reichen, wenn Eltern eigene Playlists zusammenstellen, wenn denn überhaupt der Bedarf besteht, dass das Kind alleine Musik oder Hörspiele hören soll.
Wir sind der Meinung, dass das von Spotify eingeplante Einstiegsalter deutlich zu jung ist. Vorschulkinder sollten noch nicht alleine mit digitalen Geräten wie Tablets oder Smartphones hantieren. Spotify scheint darauf abzuzielen schon die jüngsten Nutzer möglichst lange an ihr Produkt zu fesseln.

Ein kleiner persönlicher Kommentar des Verfassers zum Schluss: Die Beschränkung der Playlists auf „kinderfreundliche“ Popmusik begünstigt wahrscheinlich nur wenige Künstler aus dem absoluten Mainstream, die die seichteste Musik darbieten. Auch einem Kind sollte man einen etwas diverseren „Musikgeschmack“ beziehungsweise Gefallen an anderen Musikrichtungen zubilligen. Und das geht auch einfach, indem es das CD-Regal der Eltern durchstöbert, soweit so etwas noch vorhanden ist. Das erste Lieblingslied, an das der Verfasser sich erinnern kann, ist „Paranoid“ von Black Sabbath. Vielleicht war er deshalb in der Grundschule als einziges Kind nicht Fan von Tokio Hotel.