Mehr Privatsphäre für Kinder!


Für viele Eltern scheint es normal zu sein, ihre Kinder digital zu Überwachen.

Heute Morgen ist uns der Tweet einer Hamburger Bloggerin aufgefallen, die sich darüber beschwerte, dass auf einem Elternabend der 5. Klasse niemand außer ihr daran Anstoß nahm, dass Handy des eigenen Kindes zu kontrollieren. Dies wurde dort wohl von den Eltern regelmäßig und ohne besonderen Anlass getan.
(Der gesamte Thread findet sich hier)

Unsere Haltung bei diesem Thema ist klar: Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und dieses Recht muss (außer in besonderen Notfällen) gewahrt werden.
Eltern sollten weder Ihre Kinder, und bei 5. Klässlern handelt es sich ja schon bald eher um Jugendliche als um Kinder, dazu auffordern, Nachrichten lesen zu dürfen, noch dies tun, ohne dass die Kinder Bescheid wissen.
Möglichkeit so etwas zu tun gibt es in vielen Ausführungen. Neben komplett dubiosen Ausspähprogrammen für eifersüchtige Partner bieten auch viele, weit verbreitet „Kindersicherungs-Apps“ Kommunikationsüberwachung an. Diese werben ganz direkt und offensiv mit den Möglichkeiten der Überwachung. Neben dem „Recht“ darauf zu wissen wo das Kind sei, hätten die Eltern dasselbe Recht zu wissen, was und mit wem gechattet wird oder wer wann angerufen.
Auch wir sind natürlich der Meinung, dass Kinder im Internet geschützt werden müssen. Dies darf aber nicht auf Kosten der Privatsphäre des Kindes gehen.

Ob und ab welchem Alter Jugendliche Zugriff auf Pornografie haben können ist eine Frage, über die sich wahrscheinlich lange streiten lässt. Ob die Nachrichten eines Kindes an seine Freunde für die Eltern Tabu sein sollen, ist eine Frage, die sich nicht stellen sollte.
Einen weiteren, elementaren Punkt hat die Twitternutzerin Journelle in ihrem Thread aufgeworfen:
Eltern sind mit den Möglichkeiten Ihrer Smartphones und der Ihrer Kinder oft heillos überfordert, weil sie nicht wissen und nicht verstehen was die neuesten Online- oder App-Trends für Jugendliche sind und woher sie kommen.
Sie müssen dies auch nicht genau wissen. Es ist natürlich wichtig sich damit auseinanderzusetzen, was ein Kind am Handy tut und wo vielleicht Fallen lauern, die Kindern nicht ganz bewusst sind.
Es ist aber vor allem wichtig, den Kindern zu vertrauen, denn diese finden sich auch online schnell selbst zurecht und ein Übermaß an Kontrolle signalisiert, dass eine Vertrauensbasis nicht vorhanden ist.
Auch wir bieten Online-Sicherheitslösungen für Familien an, aber wir konzipieren diese so, dass ein gegenseitiges Vertrauen gegeben sein muss. Möglichkeiten zur „Spionage“ wollen wir nicht geben.
Und wenn sich Eltern wirklich dafür interessieren, was denn tatsächlich die neuen Trends unter Jugendlichen sind, so haben wir es uns auch hier zur Aufgabe gemacht zu informieren.
Das Stichwort ist hier nachfragen, anstelle zu verbieten oder zu überwachen was nicht verstanden wird.