Massive Sicherheitslücken bei billigen Kinder-GPS-Uhren


Smartwatches für Kinder können gravierende Sicherheitsmängel aufweisen

Wenn die Kinder beginnen selbstständig aus dem Haus zu gehen, etwa in die Schule oder in den Sportverein, wollen viele Eltern Sicherheitsvorkehrungen treffen, um sich zu vergewissern, dass ihrem Kind nichts passieren kann.
Tracking scheint dabei eine beliebte Alternative zu sein. Das Mittel der Wahl ist dabei für viele Eltern eine Smartwatch, die mit dem eigenen Handy verbunden den Standort des Kindes übermittelt und nebenbei noch die nützliche Funktion hat, dass man bei Unregelmäßigkeiten oder zur Kontrolle das Kind auch über diese Uhr anrufen kann.
Solche Modelle gibt es bereits in sehr günstigen Preissegmenten Online etwa auf Amazon.
Was nun für viele Eltern wie eine Erleichterung klingt, ist in Wahrheit aber eine eklatante Sicherheitslücke und kann das Kind in deutlich größere Gefahr bringen, als alleine vom Fußballtraining nach Hause zu laufen.
Denn viele dieser Uhren sind von No-Name Herstellern, denen die Sicherheit dieser Geräte völlig egal ist.
Die Anti-Viren Firma Avast war in der Lage online eine knappe Million dieser Uhren zu orten.
Die Empfehlung der IT-Sicherheitsexperten daher: billige Modelle unbedingt wegwerfen, da Sie die Sicherheit von Kindern mehr gefährden als tatsächlich sicherstellen.
Hersteller, der Tracker ist eine chinesische Firma, deren Produkte von einer unüberschaubar großen Menge von Händlern und Plattformen vertrieben werden.

Die Kommunikation zwischen der GPS-Tracker erfolgt komplett unverschlüsselt.
Des Weiteren sind die Modelle nur mit einfach zu eratenden Standardpasswörtern geschützt. Da nur sehr wenige Kunden dieses Standardpassword tatsächlich ändern ist es möglich mit ein wenig Raten Zugang zu hunderttausenden GPS-Daten zu erhalten und somit auf den genauen Standort der Kinder Zugriff zu haben, die die Uhren tragen. Durch die verbauten Mikrofone und Lautsprecher können sogar die über die Uhr geführten Telefonate abgehört werden.
Avast deckte außerdem auf, dass auch die Kommunikation von den Handy-Apps der Eltern zu den Servern der Hersteller unverschlüsselt laufe und somit auch über diese Schwachstelle die Standortdaten der Smartwatchträger ermittelt werden konnten.

Für die Sicherheit des Kindes gilt hier ganz klar, billige Uhren, bei denen der Verdacht besteht, dass sie Sicherheitslücken aufweisen könnten, sollten entsorgt werden, da jeder mit ein wenig Zeit und Sachverstand auf die übermittelten GPS-Daten zugreifen kann.
Vielleicht sollte man sich darüber hinaus prinzipiell überlegen, ob es überhaupt eine gute Idee ist den Standort des eigenen Kindes zu überwachen. Solche Maßnahmen gaukeln Sicherheit nur vor. Viel mehr können sie Panik aufseiten hypervorsichtiger Eltern verstärken und geben dem Kind das Gefühl, man vertraue ihm nicht und müsse es überwachen.
Die Entscheidung muss am Ende jeder selbst treffen, aber auf jeden Fall sollte man auf dubiose Online-Schnäppchen verzichten, denn damit geht die Rechnung für mehr Sicherheit in keinem Fall auf.