Jugendschutzbedenken hinsichtlich des Amazon Sprachassistenten Alexa

Alexa zeig mir das Texas Chainsaw Massacre

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat Bedenken geäußert, dass Alexa, der digitale Sprachassistent von Amazon nicht kindersicher sei. Außerdem gibt es Datenschutzrechtliche Bedenken, bei Gästen in einem Haushalt in dem Alexa genutzt wird.

Alexa kann Kinder und Erwachsene nicht unterscheiden.

Problematisch ist bei diesem Sprachassistenten, dass Kinder persönliche Daten weitergeben könnten, ohne um die Gefahr zu wissen. Man wisse nicht, wie diese Daten in Zukunft von Amazon verwendet werden würden, oder ob sie nicht sogar gestohlen werden könnten. Problematisch ist dies vor allem, da Alexa große Mengen an Daten sammelt und sich oftmals von selbst einschaltet. Zwar nur für wenige Sekunden aber in dieser Zeit werden eben schon einige Datensätze generiert.

Ebenso könnten Kinder ohne Probleme nicht altersgerechte Inhalte aus dem Internet abrufen.
Viele Eltern sind bei diesem Thema sensibilisiert und nutzen Filter oder andere Anwendungen um den Nachwuchs vor nicht jugendfreien Inhalten zu schützen. Diese Bemühungen könnten zunichtegemacht werden, wenn Kinder und Jugendliche dank der Sprachsteuerung gewollt oder ungewollt Hilfestellung bei der Umgehung der Jugendschutzbemühungen bekommen. Ebenso könnten kleine Kinder, die selbst noch gar keinen Computer oder ein Handy bedienen können oder dies noch nicht sollen mithilfe der Assistenz erste wackelige und ungesicherte Schritte online machen mit freundlicher Unterstützung eines gigantischen Online Versandhändlers aber ohne ihre Eltern.
Der Grund dafür ist die Tatsache, dass Alexa nicht gut genug zwischen verschiedenen Stimmen unterschieden kann und daher von jedem bedient werden kann.

Auch Gäste sind vor Amazons Datensammelwut nicht gefeit.

Dies wird insbesondere dann zu einem datenschutzrechtlichen Problem, wenn Gäste unabsichtlich Alexa starten. Besitzer des Assistenten (oder der Assistentin) können laut dem wissenschaftlichen Dienst ausreichend in die Verwendung ihrer Daten einwilligen, die sie mit der Bedienung der Anwendung Amazon liefern. Bei unbeteiligten Dritten ist dies aber nicht der Fall. Wie deren Daten geschützt werden könnten beziehungsweise wie hier eine Einwilligung laufen könnte sei laut dem Bericht offen.

Alle Sprachbefehle die Alexa bekommt werden aufgezeichnet und Amazon hat Zugriff darauf. Sie können aber im Nachhinein manuell gelöscht werden.
Betroffene können sich hier anmelden und unter den Punkten Alexa-Datenschutz / Sprachaufnahmen-Verlauf überprüfen nach Belieben einzelne oder alle Aufnahmen entfernen.

Für Das Innenministerium, das sich selbst ja eher als Freund der munteren Datensammlung hervorgetan hat, besteht kein Handlungsbedarf. Auf Anfrage von heise.de lies ein Sprecher erklären: “Die Nutzung der Sprachassistenten betrifft Datenverarbeitungen durch nicht öffentliche Stellen.” Die Möglichkeiten nicht Alexa nutzender Gäste das Sammeln ihrer Daten zu unterbinden scheinen also sehr gering bis nicht vorhanden.
Für Eltern gilt wohl bis zu einer Änderung ganz einfach darauf zu achten, dass Ihre Kinder nicht allein mit Alexa in einem Raum sind oder, dass diese die Amazon-Anwendung nicht unerlaubt nutzen.