Et tu Facebook?

Heute finden Sie an dieser Stelle in unserer News-Rubrik erstmals eine klare und überspitzte Meinungsäußerung , die wir zu Beginn einmal als solche kennzeichnen wollen.
Et tu Facebook? Oder „War, ja klar, aber irgendwie hatten wir es doch nicht auf dem Schirm“. Nachdem hier im Juli und auch zu Beginn des Augusts wöchentlich Nachrichten veröffentlicht wurden, die das Auswerten von Gesprächen mit Sprachassistenten von Google, Amazon, Apple und zu guter Letzt auch Microsoft betrafen, hat nun auch Facebook zugegeben Sprachnachrichten von Mitarbeitern abhören zu lassen. Wie bitte, private Sprachnachrichten?

Ja richtig, auch die blaue Werbemaschine, das alles beherrschende soziale Netzwerk, hat nun zugegeben unsere privaten Nachrichten auszuschlachten.
Und ja, das hat eine andere Qualität. Handelte es sich in den anderen Fällen um eine Kommunikation von Verbraucher zu Unternehmen, so wähnten wir uns bei Facebook in »privaten« Konversationen mit Freunden.
Diese Gespräche wurden von uns Facebook-Nutzern als vertraulich angesehen. Nun ja vertraulich in dem Sinne, dass Facebook für immer weiß was wir dort wem anvertrauen. Aber wir gingen nicht davon aus, dass diese Daten tatsächlich ausgewertet werden.
Dass nun tatsächlich Facebook Firmen damit beauftragt , sich unsere Sprachnachrichten anzuhören ist einfach zu viel.
Vor allem für eine Firma, über die sich schon lange das Gerücht hält, ihre App höre Nutzer ab, um Werbung zu personalisieren. Mark Zuckerberg bezeichnete dies vor dem US-Kongress als Verschwörungstheorie. Ein Schelm, der …. Wie war das nochmal?

Offiziell, wertet Facebook Audiodaten natürlich nur mit Erlaubnis aus, doch auch wie bereits in den Fällen zuvor, war es dem Nutzer nicht ersichtlich, dass es sich dabei nicht um einen Algorithmus, sondern um Menschen handelt.

Wie der sterbende Cäsar liegt unser Datenschutz am Boden und nachdem schon Apple, Microsoft, Amazon und Google ihre Blutlust an uns gestillt haben kommt Facebook hinzu, natürlich Facebook, und versetzt dem Rest Privatsphäre, die wir jemals wähnten, wenn wir in ein digitales Gerät sprachen, den finalen Todesstoß, auf das wir röchelnd zu Boden fallen und fragen: Et tu Facebook?
Wieso überrascht uns das?