Eltern und Kinder uneins über Gefahren im Netz


Ein vertrautes Bild: Jugendliche in ihr Smartphone vertieft.

Eine neue Studie des Leibniz-Instituts für Medienforschung/Hans-Bredow-Institut zur Mediennutzung von Jugendlichen hat interessante Ergebnisse zutage gefördert.
Die Studie mit dem etwas sperrigen Namen Online Erfahrungen von 9- bis 17-Jährigen -Ergebnisse der EU-Kids Online Befragung in Deutschland 2019 überraschte vor allem mit den unterschiedlichen Wahrnehmungen von Risiken im Netz. Neben den befragten Jugendlichen im oben genannten Alter wurden auch Eltern befragt.
Eine der größten roten Flaggen im Netz sind für viele Eltern sexuelle Themen und Inhalte.
Dies sehen Kinder wohl aber nicht so. Laut der Aussage von Prof. Dr. Uwe Hasebrink, Direktor des Leibniz-Instituts, unterschieden sich in diesem Themenbereich die Wahrnehmung von Eltern und Kindern. Während sich Eltern darum sorgten, dass ihre Kinder mit sexuellen Inhalten in Verbindung kämen, würden diese solche Inhalte im Rahmen ihrer sexuellen Entwicklung als Informationsquelle und Orientierungshilfe nutzen.
Über die Hälfte der befragten Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren waren im vergangenen Jahr mit solchen Inhalten in Berührung gekommen. Weitere 37% davon sogar ganz gezielt.
Wo Eltern hier große Risiken sehen, finden die befragten Jugendlichen zu 61% gefallen.

Ein weiterer Punkt bei dem die Meinungen Auseinandergehen ist das Online-Verhalten der Eltern.
Diese scheinen sich nicht sehr bewusst darüber zu sein, dass ihr eigenes Verhalten Auswirkungen auf ihre Kinder hat. So wird von einigen Kindern nicht gutgeheißen wenn Bilder, Texte oder Videos von den Eltern auf Social Media geteilt wird, auf dem Sie zu sehen sind. Neun Prozent hat sogar schon erlebt, dass dies ohne die eigene Zustimmung geschehen ist.

Als letzte Erkenntnis, die wir aus dieser Studie mitgeben wollen, eine, die für uns etwas überraschend war: Etwa ein Viertel, der unter 17-Jährigen hat bereits selbst versucht den eigenen digitalen Konsum zu reduzieren. Die Erkenntnis, zu viel am Smartphone oder generell Online zu sein, kommt demnach schon zu einem frühen Zeitpunkt.
Hier ist es an den Eltern, den Kindern gerade jetzt, in einer Welt, in der sie um digitale Geräte bereits in früher Kindheit nicht ganz herumkommen, frühzeitig Alternativen zur Beschäftigung aufzuzeigen.
Auch könnten Familien versuchen gemeinsam ihr Online-Verhalten zu regulieren und einzuschränken.

Was Eltern aus dieser Studie mitnehmen sollten, ist vor allem das Bewusstsein, dass sie mit ihrem eignen Verhalten ein Beispiel für digitales Verhalten geben. Sie sollten Versuchen ein gutes Vorbild zu sein und in manchen „Risiken“ auch Chancen begreifen.

Die gesamte Studie finden Sie hier.